Westfälischer Anzeiger, 13.01.2007

Seit 25 Jahren ein stiller Diener der Gesellschaft
Lions Club Werne an der Lippe begeht mit dem Neujahrsempfang am Sonntag im Alten Rathaus sein Jubiläum
Mitglieder brachten Spenden in sechsstelliger Höhe auf den Weg - Unbürokratische Hilfe vor Ort und Projekte im Ausland

WERNE · "We serve" (wir dienen) - dieses Motto der internationalen Lions-Organisation haben sich die Mitglieder des ersten örtlichen Clubs der "Löwen" mittlerweile seit 25 Jahren zu eigen gemacht. Am Sonntag begehen die 38 Herren, Damen sind dort nicht zugelassen, im "Lions Club Werne an der Lippe" mit ihren Gästen beim Neujahrsempfang um 11 Uhr im Alten Rathaus ihr öffentliches Jubiläumsfest.

Im Dienste der guten Sache haben die Herren, neben denen seit fünf Jahren der gemischte "Lions Club Werne in Westfalen" aktiv ist, mehrere hunderttausend Euro für wohltätige Zwecke gespendet, bilanzierte Präsident Wilhelm Weischer anlässlich des Jubiläums mit seinem designierten Nachfolger und dem Club-Mitbegründer Dr. Heinz Brückmann.

23 Lions-Freunde haben auf Initiative von Hans Baller den Club am 7. Juli 1981 gegründet. Maßgeblich für das 25-Jährige ist die Clubtaufe am 8. Mai 1982 nach der offiziellen Anerkennung durch die Lions-Zentrale in Oak Brooks/USA. Im Mai, am Jahrestag der "Charter", folgt daher die interne Geburtstagsfeier.

15 der Gründer sind heute noch Mitglied. Der Bund ist entsprechend gereift und hat ein Durchschnittsalter von 52 Jahren. Wachsen will der Club nicht, um den Charakter des Freundeskreises zu wahren. Sofern neue Mitglieder aufgenommen werden, gilt das Augenmerk Jüngeren.

Dabei sind die Lions wählerisch. "Man wird gefragt", beantwortete Präsident Weischer die Frage, wie man denn Mitglied wird. Mit zwei Bürgen im Club kommt dann das Procedere in Gang.

Dass diese Umstände bei Außenstehenden das Bild vom elitären Männerbund nähren, versteht Weischer durchaus. "Das kann man wohl nicht entkräften. Aber wenn man mit den Leuten darüber redet, was wir tun, dann ist das meist erledigt."

Dafür spricht nicht zuletzt die lange und im folgenden nicht vollständige Liste der Spendenaktionen.

"Wir haben uns damals an das Motto herangetastet", erinnerte sich Dr. Brückmann, dass anfangs nicht gleich jede Spendenidee zündete. Spätestens mit dem Brillenprojekt kam aber der Durchblick. Über 20 000 gebrauchte Brillen hat der Club gesammelt, aufbereitet und in arme Länder verschickt.

Die Hilfen vor Ort sind vielfältig und reichen von Einzelspenden, beispielsweise für ein Klavier, das sich Eltern begabter Kinder nicht leisten konnten, oder Zuschüsse für ein behindertengerechtes Fahrrad und Klassenfahrten bis zu Dauerprojekten wie die Unterstützung des Vereins für Reittherapie, dem der Club zwei Pferde und Ausrüstung gestiftet hat. Langfristig fördert der Club über das Rucksackprojekt die Deutschkurse ausländischer Kinder und Erwachsene, der Freizeit-Integrativ-Treff (FIT) bekam Hilfe für seine Freizeiten an der Nordsee und Anschaffungen. Aktuell hat der Club einen Fonds von 10 000 Euro aufgelegt, aus dem in Abstimmung mit dem Kinderheim Hilfen für sozial benachteiligte Jugendliche gewährt werden.

Außerhalb der Stadtgrenzen haben die Lions in Chile zwei Schulbauten im Volumen von 200 000 Euro finanziert, da sich mit 60 000 D-Mark Spende Entwicklungshilfegelder mobilisieren ließen. Auf Sumatra flossen 60 000 Euro in das "Haus Werne", das Ausbildungszentrum, das der Kapuziner Heinrich Schlüchtermann dort aufgebaut hat. bkr