Ruhr Nachrichten, 13.01.2007

"Wir dienen seit 25 Jahren"

Werne - Solidarität, Freundschaft, füreinander einstehen, helfen, wo andere Hilfe versagt: Der erste Ausflug führte 1982 den frisch gegründeten Lions Club dorthin, wo viele Ideale und Ziele des Clubs tagtäglich gelebt werden: Untertage.

Die Grubenfahrt ist nun 25 Jahre her, zahllose Fotos und Zeitungsartikel im Fotoalbum erzählen von der lebhaften Geschichte. Von den ehemals 23 Lionsfreunden sind heute noch 15 Mitglied, insgesamt zählt der Club heute 38 Mitglieder. Und hier müssen wir kurz pingelig werden: Es handelt sich um den Lions Club Werne an der Lippe, der an diesem Wochenende sein Jubiläum feiert, das hat der zweite Club, der gemischte Lions Club Werne in Westfalen, noch lange vor sich.

"Wir sind als reiner Männerclub gegründet, das haben wir beibehalten", zeigt Präsident Wilhelm Weischer den Unterschied auf, "als wir angefangen haben", ergänzt Dr. Heinz Brückmann, Gründungsmitglied und Vizepräsident, "waren wir der jüngste Club in Deutschland." Das Durchschnittsalter, so haben beide errechnet, liege bei 52 Jahren. Die Clubs würden sich sehr gut verstehen und ergänzen.

Kochbücher

"We serve"- "wir dienen" haben sich die Lions als "weltweit größte Service Organisation" (eigene Einschätzung) auf ihre Fahnen geschrieben und Präsident Wilhelm Weischer zählt einige Vorhaben auf, die der Werner Club im Laufe seiner 25 Jahre initiiert hat.

Das - jüngste Werk ist schon vergriffen, es handelt sich um das Kochbuch mit original Werner Rezepten. Das Geld der 1000 Exemplare fließt in einen Fonds für sozial benachteiligte Jugendliche. Seit 23 Jahren betreibt der Lions Club eine Berufsberatung, zu der er jährlich Referenten einlädt, die gezielt auf die Berufswünsche der Jugendlichen eingehen können. Zwei Pferde finanzierte der Lions Club für das therapeutische Reiten, und kostenfrei können Werner Jugendliche - auch ohne elterliche Mitgliedschaft im Club - zum Jugendaustausch in die Welt geschickt werden.

Weniger bekannt, aber deshalb nicht weniger effektiv ist die Unterstützung der Lions für das "Rucksackprojekt", bei dem in Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte ausländischen Kindern mit geringen Deutschkenntnissen Integrationshilfe angeboten wird.

Überregional engagieren sich die Lions in Chile (Schule und ein Ausbildungszentrum), in Bosnien (Lebensmittelhilfe) sowie in Sumatra; hier besteht der Kontakt über den Kapuzinerbruder Heinrich Schlüchter. Heinrich Brückmann betont, dass die gesammelten Gelder stets komplett überwiesen würden, "wir haben keine Verwaltung".

Aufnahmeprozess

Mitglied bei den Lions kann man nicht wie in jedem anderen Verein werden, "man wird gefragt", erklärt Wilhelm Weischer den Aufnahmeprozess. Zwei Bürgen müssten in der Versammlung für einen Kandidaten sprechen, dann könnte er aufgenommen werden. Die Statuten legten fest, dass es von jedem Beruf höchstens zwei Vertreter in einem Club geben dürfe.

Elitär?

Den Vorwurf elitär zu sein, kennt der Präsident, er könne ihn auch gar nicht ganz entkräften. Dem setzt er ein großes "Aber" entgegen: "Wenn man mit uns redet, dann erledigt sich das ganz schnell."

Und wer die Mitglieder des Lions Club Werne an der Lippe kennt, weiß, dass es nicht einfach so daher gesagt ist, sondern dass es Menschen sind, die in freundschaftlicher Verbundenheit bereit sind, uneigennützig gesellschaftliche Probleme anzupacken und zu lösen. - wg -