Westfälischer Anzeiger, 07.09.2006

Berufsberatung für Realschüler aus erster Hand


Bernd Heimann und Jan Gbur (von links) hatten Anschauungsmaterial von AB-Elektronik mitgebracht.

WERNE · "Dies ist für euch nicht nur eine einmalige Gelegenheit, Informationen aus erster Hand zu bekommen. Nutzt auch die Chance, einen guten Eindruck zu hinterlassen und im nächsten Jahr bei dem ein oder anderen Referenten einen guten Ausbildungsplatz zu bekommen", empfahl Schulleiterin Ursula Jahn-Gilles ihren Schülerinnen und Schülern.

Die Zehner-Klassen der Konrad-Adenauer-Realschule (KAR) waren am Dienstagabend zur 22. Berufsinformationsveranstaltung des Lions-Clubs Werne an der Lippe eingeladen. 85 Schüler hatten den Organisatoren der Veranstaltung, Heinrich Fahle vom Lions-Club und Martin Gabert von der KAR, im Vorfeld ihre Berufswünsche genannt. "Das macht diese Veranstaltung seit Jahrzehnten so effektiv: Die Schüler müssen sich schon vorher mit ihren Berufsvorstellungen auseinander setzen und sind entsprechend interessiert", sagte Wilhelm Weischer, Präsident des Lions-Clubs.

Heinrich Fahle hatte über 30 Referenten verschiedener Berufssparten zu der Berufsveranstaltung gebeten, die den Schülerinnen und Schülern als Gesprächspartner zur Verfügung standen. "Aufgefallen ist mir in diesem Jahr, dass kaum Informationen über Pflegeberufe nachgefragt worden sind", so Fahle. Im vorigen Jahr hätten viele Schüler die Alten-, Gesundheits- oder Krankenpflege als Berufswunsch angegeben. "In diesem Jahr war es nur eine Schülerin."

Stark gefragt seien dagegen nach wie vor die kaufmännischen Berufe in Banken, Versicherungen oder Einzelhandel. "Wir erwarten von unseren zukünftigen Auszubildenden Eigeninitiative und Selbstständigkeit", erklärte Edith Klein, Personalleiterin bei der Volksbank Kamen-Werne. Dazu gehöre auch, dass die Schülerinnen und Schüler selbst Kontakt mit der Bank aufnehmen und nicht ihre Eltern vorschicken. "Wir erwarten außerdem ein gepflegtes Erscheinungsbild. Das ist immer Thema bei unserem Bewerbungstraining, das wir einmal im Jahr mit Realschülern machen.", so Klein weiter.

Viele Anmeldungen von Schülern verzeichnete Heinrich Fahle in den Berufssparten Informatik, Mechanik und Elektronik. Mitarbeiter des Unternehmens AB-Elektronik zeigten den Schülern anhand von Anschauungsmaterialien, was in der Ausbildung zum Mechatroniker oder Werkzeugmechaniker an der Werkbank auf sie zukommt.

"Es geht um Drehen, Fräsen, Bohren und Schleifen", sagte Jan Gbur, der im zweiten Ausbildungsjahr zum Werkzeugmechaniker ist. Der ehemalige Realschüler hat selbst seinerzeit die Berufsinformationsveranstaltung des Lions-Clubs besucht - und für sich das richtige Berufsfeld entdeckt: "Das ist eine gute Sache. Mich hat sie damals in meinem Berufswunsch bestätigt." · asz